Allgemeine Informationen

Der Markt Tännesberg liegt im Oberpfälzischen Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab und umfasst eine Fläche von ca. 47 km² zwischen 408 m und 748 m Höhe. Das Gemeindegebiet liegt im Naturraum Vorderer Oberpfälzer Wald. Das bewegte Relief im Gemeindegebiet ist typisch für die Grundgebirgslandschaft der Region, die eine hohe Dichte an Fließgewässern aufweist. Landwirtschaftlich genutzte Flächen und Waldbestände halten sich im Gemeindegebiet fast die Waage. Der Tännesberger Forst ist als großes zusammenhängendes Waldgebiet hervorzuheben. Charakteristisch für die Tännesberger Flur sowie für die Region sind die, an den Fließgewässern angelegten, Fischteiche. Geologisch unterlagert Granit und Gneis im Wechsel das gesamte Gemeindegebiet. Entsprechend ist der dominierende Bodentyp die Braunerde, die teilweise Podsolierung aufweist. In einigen Quellgebieten finden sich Nieder- und Übergangsmoore und in den Talböden Gleye bzw. Pseudogleye.

Die Biodiversitätsgemeinde Tännesberg steht Pate für das Projekt „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ und ist daher keine geförderte Projektkommune, sondern Teil der Trägergemeinschaft.


Biodiversität - bis heute

Der intensive Einsatz für die Arten- und Lebensraumvielfalt startete in Tännesberg bereits in den frühen 1980er Jahren. Seither wurden zahlreiche Maßnahmen in verschiedenen Ökosystemen durchgeführt, die auf den Erhalt bzw. die Wiederherstellung einer vielfältigen und artenreichen Kulturlandschaft abzielten. Exemplarisch stehen hierfür die großflächige Freistellung und Renaturierung des Kainzbachtals, die Wiederansiedlung der alten Oberpfälzer Rinderrasse Rotes Höhenvieh mit Einsatz in Beweidungsprojekten und Direktvermarktung, sowie das Rebhuhnprojekt mit der Aufwertung und Neuanlage von Strukturelementen in der Feldflur und dem Anbau alter Getreidesorten mit vergrößerten Saatabständen.

Zwischen 2013 und 2017 wurde im Rahmen des Projekts „Natur.Vielfalt.Tännesberg.“ die Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie auf kommunaler Ebene angestrebt. Mit diesem Ansatz konnte der Schutz der Arten- und Lebensraumvielfalt fest in der kommunalen Planung und im Gemeindeleben verankert werden. Die Erfahrungen aus diesem Projekt sind Grundlage für die Erstellung der Strategien für die Projektgemeinden im aktuellen Projekt.


Biodiversität – die Ziele

„Natur.Vielfalt.Tännesberg.“ hat zahlreiche Möglichkeiten der Optimierung und Weiterentwicklung des Biodiversitätsschutzes im Gemeindegebiet aufgezeigt. Für die kommenden Jahre wird die Stärkung des Biotopverbunds durch die Schaffung von Vernetzungsachsen eine wichtige Aufgabe sein. Im Bereich Bewusstseins- und Umweltbildung plant der Markt Tännesberg die Restaurierung eines denkmalgeschützten Anwesens in der Ortsmitte, das als interaktives Biodiversitätszentrum ausgebaut werden soll.

Wichtiges Ziel der Biodiversitätsgemeinde Tännesberg ist im Rahmen des Projekts „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ der Erfahrungstransfer auf die zehn Projektgemeinden. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, ist das Projektmanagement für den „Marktplatz der biologischen Vielfalt“ in der Gemeindeverwaltung in Tännesberg angesiedelt.

Beispiele

Rebhuhnprojekt

Das Rebhuhn als besondere Leitart für den Zustand der Agrobiodiversität wird in Tännesberg mit besonders vielfältigen Ansätzen geschützt und gefördert

G'Artenvielfalt

Der Hausgarten ist heute ein wichtiges Element, wenn es um den Erhalt der Artenvielfalt geht. In Tännesberg wurde eine Gartenberatung unter dem Motto G’Artenvielfalt gestartet.

Fledermausschutz

Tännesberg zeichnet sich durch eine gute Artenvielfalt an Fledermäusen aus. Um diese zu erhalten genießt der Fledermausschutz, in Kooperation mit den Jägern große Aufmerksamkeit.

Biodiversitäts-Kalender

Um die Bevölkerung zu informieren und in das Projekt mit einzubinden erscheint jedes Jahr der Biodiversitätskalender, der dann jeweils ein besonderes Thema der Arbeit aufgreift.

Blühschilder

Innerorts Flächen erst später zu mähen kann in der Bevölkerung Konflikte erzeugen. In Tännesberg werben sogenannte Blühschilder für Verständnis und Akzeptanz.

Emmer

Diese Urgetreideart eignet sich im extensiven Anbau gut, die Agrobiodiversität zu fördern. Von der Naturparkbäckerei Spickenreither wird das Korn zu Backwaren verarbeitet.

Besondere Kooperationen

Besondere Kooperationen ergeben sich aus speziellen Situationen und Gelegenheiten. Sie können sehr unterschiedlich und vielfaltig sein. Hier ein kurzer Überblick.

Exkursionen

Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Sie sollen die Arbeit erlebbar und nachvollziehbar machen. Einheimische Bevölkerung und Gäste sind hierzu willkommen.

Flurbegehungen

Wenn es darum geht Maßnahmen in der Flur, vor allem auf Eigentumsflächen der Landwirte umzusetzen, haben sich Flurbegehungen, als Dialog vor Ort, mit allen Beteiligten bewährt.

Fortbildung Grünflächenpflege

Wenn Flächen innerorts erst später gemäht werden sollen, bzw. wenn es grundsätzlich darum geht, das Verständnis der Bauhofmitarbeiter für die Arbeit zu verbessern braucht es Qualifizierungen.

Haustierhof

Der LBV konnte in Ortsrandlage ca. 1,5 ha Fläche pachten. Dort wird ein Hautierhof eingerichtet in dem alten Hausstierrassen gehalten werden. Ein Vorzeigeprojekt.

Honig

Tännesberger Biodiversitätsprodukte sind Botschafter für den Erhalte der Artenvielfalt. Naheliegend ist die Zusammenarbeit mit den örtlichen Imkern und deren Bestäubungsleistung.

Kainzbachtal

Ein ehemals aufgeforstetes Feuchtwiesental wurde wieder freigestellt und wird seitdem nach einem speziellen Konzept gepflegt. Es hat sich zu einem Kleinod der Artenvielfalt zurückentwickelt.

Kartoffelanbau

Der Anbau alter (bunter) Kartoffelsorten fördert die Agrobiodiversität und ist gleichzeitig ein tolles Regionalvermarktungsprodukt für die Biodiversitätsgemeinde.

Landschaftspflege

Lebensräume und Biotope benötigen oftmals besondere Maßnahmenpakete, um der Leistungsfähigkeit für die Artenvielfalt zu erhalten oder wiederherzustellen.

PR-Konzept

Über die Jahre waren viele unterschiedliche Kommunikationsansätze entstanden. Um diese zusammenzuführen und kompakt in die Zukunft zu entwickeln wurde ein PR-Konzept erarbeitet.

Rebhuhn-Zoigl

Gebraut wird dieses traditionelle Bier der Oberpfalz aus Urgetreidesorten, deren Anbau die Agrobiodiversität fördert. Und ein süffiger Botschafter der Biodiversitätsgemeinde ist.

Regionalmarkt

Jedes Jahr im September findet in Tännesberg der Regionalmarkt statt. Er hat sich zu einer Leistungsschau der Biodiversitätsgemeinde mit tausenden von Besuchern entwickelt.

Rotviehprojekt

Das Rotviehprojekt wurde bereits vor über 15 Jahren gestartet. Es ist einer der Grundpfeiler der Biodiversitätsgemeinde. Und eine Erfolgsgeschichte der Regionalvermarktung.

Schleißbachtal

Ebenso wie das Kainzbachtal wurde auch das Schleißbachtal wieder freigestellt. Auch dort konnten Lebensräume wiederhergestellt werden, die ein großes Artenspektrum beherbergen.

Schloßberg

Der Schlossberg liegt erhaben über dem Ort. Er ist Felsig und wurde von alters her mit Ziegen beweidet. Dies Beweidung findet auch heute wieder statt. Es findet sich eine große Moos- und Flechtenvielfalt.

Streuobstprojekt

Ein großes Augenmerk liegt auf den Streuobstbeständen der Gemeinde. Die alten Hochstämme sind ein Schatz genetischer Vielfalt und sehr artenreiche Lebensräume.

Tagung Biodiversität

Im Juni 2017 fand in Tännesberg eine über die ANL veranstaltete Tagung zum Thema Biodiversität in Gemeinden statt. In Fachvorträgen und Exkursionen wurde Natur.Vielfalt.Tännesberg. vorgestellt.

Tännesberger Apfelsaft

Ein wesentlicher Aspekt beim Erhalt der Streuobstbestände ist die Verwertung des Obstes, als wirtschaftliche Komponente der Nutzung. Der Tännesberger Apfelsaft beherzigt dies.

Uchabachtal

Im Uchabachtal wurde eine Biotopkette mit 15 unterschiedlichen Tümpeln gestaltet und teils mit Kleinfischen bestückt. Es entstand neuer Lebensraum für den gefährdeten Wasserschlauch.

Projektmanagement

Ein Projekt von der Dimension Natur.Vielfalt.Tännesberg. braucht eigene Kapazitäten und Kompetenzen. Anfang 2013 wurde daher ein zentrales Projektmanagement eingerichtet.

Marktplatz der Biologischen Vielfalt

Ab 2018 wird es ein Nachfolgeprojekt für Natur.Vielfalt.Tännesberg. geben. Das Modell soll mit 10 weiteren Bayerischen Gemeinden auf Übertragbarkeit geprüft werden.

Kommunaler Leitfaden Biodiversität (Print)

Um die Erfahrungen aus der Arbeit in Tännesberg auch für andere Kommunen verfügbar zu machen, wurde ein kommunaler Leitfaden Biodiversität erstellt und Ende 2017 an alle kleinen und mittleren Kommunen Bayerns verschickt.

Pressearbeit

Sie ist ein wesentliches Element für die Informationspolitik und um die Wahrnehmung für die Biodiversitätsgemeinde Tännesberg zu steigern. Sie wird in Tännesberger konsequent durchgeführt.

Mähmanagement

Wann bestimmte Flächen gemäht werden sollen, um die Artenvielfalt zu steigern, bzw. zu erhalten ist manchmal nicht leicht zu beantworten. Hier soll ein ausgearbeitetes Mähmanagement helfen.

Rahmenkonzept

Das Rahmenkonzept war im Falle von Natur.Vielfalt.Tännesberg. Grundlage der Förderantragstellung. Es umfasst die Beschreibung der Ausgangssituation, der Potenziale, erörtert die Strategie der Vorgehensweise, der Organisations- und Kostenstruktur und definiert alle Ziele und Maßnahmen.