Allgemeine Informationen

Die Gemeinde Stephanskirchen liegt im Oberbayerischen Landkreis Rosenheim und umfasst eine Fläche von gut 26 km² mit sanft hügeligem Relief zwischen ca. 440 m und 500 m Höhe. Sie liegt innerhalb des Rosenheimer Beckens und die Landschaft des Gemeindegebiets ist stark geprägt von den eiszeitlichen Einflüssen. Stephanskirchen grenzt an den Simssee, dessen südlicher Teil zur Gemeinde gehört. Auch durch das Inntal und das Tal der Sims spielt Wasser mit seiner Dynamik und den davon beeinflussten Lebensräumen eine zentrale Rolle im Gemeindegebiet. Geologisch weist die Landschaft überwiegend eiszeitliche Moränenablagerungen, durchsetzt von Geschiebemergel und Flussablagerungen auf. Neben dominierenden Braunerdeböden finden sich auch wasserbeeinflusste Gleyböden und Moorkörper im Gemeindegebiet.


Biodiversität - bis heute

In den Ufer- und Randzonen des Simssees sind naturschutzfachlich bedeutende Flächen als Naturschutzgebiet sowie FFH-Gebiet ausgewiesen. Zudem wurden im Umfeld des Sees zahlreiche Streuwiesen ökologisch aufgewertet. Eine weitere Besonderheit ist die ökologische „Flurbereinigung“ im Ortsteil Baierbach, die die Pflanzung von Strauchgruppen, Laubbäumen und Hochstaudenfluren sowie die Entwicklung von Magerrasenflächen beinhaltete.

Zur Sicherung der positiven Entwicklung gemeindlicher Wiesen und Grünflächen hat Stephanskirchen im Jahr 2008 ein ökologisches Mähkonzept entwickelt. Ergänzt wurde dies 2018 um ein Wiesenkonzept zur Verbesserung der Artenvielfalt. So werden regelmäßig Bienenwiesen auf nicht-verpachteten, gemeindlichen Grundstücken angelegt und entsprechende Öffentlichkeitsarbeit betrieben.

Auch innerorts zeigt Stephanskirchen Einsatz für die Biodiversität, z.B. durch die Begrünung von Dachflächen gemeindlicher Gebäude und späte Mahdzeitpunkte auf öffentlichen Grünflächen. Eine essbare Hecke in Rathausnähe fördert die Biodiversität in dreifacher Weise. Sie bietet sowohl Lebensraum als auch Nahrung für Insekten und Vögel, trägt durch zahlreiche Informationen zur Umweltbildung bei und aktiviert die Bürger, denn die Früchte können geerntet werden. Des Weiteren erhält ein zentraler Rosengarten mit kleineren Nebenstandorten alte Rosensorten.


Biodiversität – die Ziele

Aufgrund der positiven Erfahrungen sollen im Gemeindegebiet vermehrt Feldgehölze, Streuobstwiesen und Beerenhecken gepflanzt werden. Um den Erfolg der Maßnahmen aber tatsächlich messen und besser darstellen zu können, möchte Stephanskirchen ein Monitoring über den Stand der Entwicklung von Biotopmaßnahmen unterschiedlichen Alters implementieren. Konkrete Artenschutzmaßnahmen sollen zur Förderung von Schwalben und zur Wiederansiedelung des Wiedehopfs betrieben werden.

Über Führungen, spezifische Themen-Lehrpfade und Saatgut-Zuschüsse für Privatgrundbesitzer sollen die Bürger in Stephanskirchen vermehrt für den Schutz der biologischen Vielfalt gewonnen werden. Daneben sollen auch die Gewerbebetriebe aktiviert werden, um Abstands- und Vorhalteflächen aufzuwerten und mit entsprechender Pflege ökologisch wertvoll zu erhalten.

Beispiele